Bestellung, Verpackung, erste Eindrücke
Wie ein „Premium“‒Produkt schon beim Auspacken stolpert
Ich habe schon viele Nahrungsergänzungsmittel getestet, von Vitamin‒Drinks bis Detox‒Pulver. Doch pureSGP fällt sofort auf: Es schreit „Vertrau mir“. Das Design wirkt edel, die Farben abgestimmt, das Logo wie aus einer Pharma‒Kampagne. Schwarz = Seriosität. Pink = Weiblichkeit. Gemeinsam: psychologisch perfekt.
Ich bestelle über den offiziellen Shop. Kein Amazon, keine Kooperation. Bezahlung läuft reibungslos, Versandankündigung kommt innerhalb von Minuten, erstaunlich professionell. Zwei Tage später klingelt der Paketbote: flacher Karton, dezent bedruckt, keine Werbung außen. Punkt für Diskretion.
Beim Öffnen jedoch die erste Irritation: Das Pulver riecht durch den Karton hindurch leicht süßlich‒synthetisch. Ich nehme die Dose heraus. Sie ist makellos, aber der Alu‒Deckel hat einen kleinen Riss, kaum sichtbar, aber vorhanden. Ich recherchiere. Dutzende Bewertungen berichten genau dasselbe.
Notiz aus meinem Testjournal, Tag 1:
„Wenn 10 % der Dosen nicht dicht sind, ist das kein Einzelfall, es ist Systemfehler oder Sparmaßnahme.“
Die Dose selbst ist zu drei Vierteln gefüllt. Das ist technisch korrekt (Luftvolumen = Platz für Messlöffel), sieht aber nach „Luft verkaufen“ aus. Innen liegt kein Beipackzettel, keine Produktinformation, keine Einnahmeempfehlung außer dem winzigen Druck auf der Rückseite. Bei einem „Premiumprodukt“ hätte ich mehr erwartet: eine Erklärung, eine Herkunft, irgendetwas, das Vertrauen schafft.